Wer ein guter Mensch sein will, dessen bester Platz ist im Fernsehsessel. Die weiche Unterlage in Kombination mit wohldosierten Nachrichten und Bildern aus dem nahen Osten befördert trefflich das Wohlgefühl moralischer Überlegenheit und menschenfreundlicher Vernunft und fügt sich zum Allgemeingut des gutmenschlichen Weltbildes:
Hier die Israelis, uns selbst in Zivilisation, Wohlstand und Lebensgefühl so ähnlich und doch anscheinend zu hartherzig, um sich mit ihren notleidenden Nachbarn in kirchentäglicher Demut durch den Hass überwindende Güte zu arrangieren, dort das arme Volk der "Palästinenser", mit dem moralischen Vorrecht des zuerst Dagewesenen und Beraubten, welches der kaltherzigen Zivilisation spitzfindigen Kopfwissens nichts als die Urgewalt des Bauchgefühls des armen aber ehrlichen Betrogenen entgegenzusetzen hat.
Es sind nicht die schlechtesten unter den guten Menschen, die es angesichts der täglich präsentierten Ungerechtigkeit gelegentlich aus dem Fernsehsessel treibt, hinaus in die schlechte Welt, um nicht nur gut zu fühlen sondern sogar gut zu tun. Die Folge des Realitätsschocks ist nicht selten ein böses Erwachen, denn das Böse hat die Eigenschaft, sich der Wahrnehmung zu entziehen, wenn es das Mass des Vorstellbaren übersteigt.
Davon profitiert der Massenmörder, der als freundlicher Nachbar unter uns lebt, davon profitierte der Weimarer SS-Mann, der ausserhalb des Dienstes in Buchenwald als treusorgender Familienvater im Städtchen bekannt und beliebt war, davon profitiert, wer sich zu einer etwas unheimlich wirkenden fremdartigen "Religion des Friedens" bekennt, deren Mordtaten zwar sichtbar sind, aber niemals einen Generalverdacht begründen dürfen.
Ganz besonders aber profitiert von diesem Effekt das Opfervolk der "Palästinenser", das uns die Leichen seiner Kinder mit wutheulendem Schmerz in die Kameras hält.
Die australische Menschenrechtsaktivistin Daryl Jones gehört zu denen, die es nicht im Fernsehsessel gehalten hat. Sie kam nach Palästina, um zu helfen und die Not zu lindern. Erst als sie Zeugin wird, wie sich ein Kind in die Luft sprengt, wird ihr klar, dass die Bilder der zerstückelten Kinderleichen, die ihr als Opfer israelischer Folter gezeigt wurden, selbstproduziert sind, von Palästinensern, deren einziges Ziel es ist, Israel zu vernichten und zu deren Komplizin sie selbst geworden ist.
Der Clip ist ein Ausschnitt aus dem Film "Road to Jenin" des französischen Regisseurs Pierre Rehov. Kein französischer Fernsehsender fand sich bereit, ihn zu zeigen.