11.12.08

Auf dem Weg zum Staatsbankrott

Nicht die Marktwirtschaft ist an der gegenwärtigen Krise schuld, sondern die Gesellschaft, weil sie verlernt hat, ökonomisch zu wirtschaften. “Es waren Schuldenexzesse, es war Maßlosigkeit, die uns dahin gebracht haben, wo wir an diesem düsteren Jahresausgang stehen.”, so Wolfang Kaden im Spiegel, der für sein harsches Urteil auch zahlreiche Beispiele findet, bei denen es nicht reicht, sich bloß verwundert die Augen zu reiben:

Wie anders sollte man Lohnforderungen von acht Prozent (Ver.di) oder gar zehn Prozent noch in diesem Herbst (Eisenbahnergewerkschaft Transnet) einsortieren? Wie anders all jene Top-Manager, die sich seit Jahren ihre Bezüge mit zweistelligen Zuwächsen erhöhen und selbst jetzt noch nicht zu akzeptablen Größenordnungen zurückkehren? Ein Beispiel: Siemens-Chef Peter Löscher wird für das gerade abgelaufenen Geschäftsjahr mit rund zehn Millionen Euro belohnt.

Volkswagen Chart zeigen gab das Ziel aus, bis 2018 doppelt so viele Autos wie heute zu verkaufen. Bei BMW Chart zeigen hat sich der Absatz seit 1999 verdoppelt. Nicht zuletzt dank günstiger Leasing- und Kreditverträge, also dank der Schuldenwirtschaft. Derzeit wird fast jeder zweite BMW auf diesem Weg losgeschlagen. Und so sollte es weitergehen.

Und so ginge es nur weiter, wenn sich die öffentliche Hand jetzt kräftig weiter verschuldet. Aber wie lange? Wird sich ein gesellschaftlicher Konsens finden lassen, nach überstandener Finanzkrise die staatlichen Ausgaben zu kürzen? Wenn nicht, werden wohl noch so manche Lichter ausgehen - zum Beispiel in der Automobilbranche.

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