3.11.08

Statistiken zur Langzeitarbeitslosigkeit geschönt

Dass man den Statistiken zur Arbeitslosigkeit nicht so recht trauen kann, hört man immer wieder mal. Heute beschäftigt sich die tageszeitung mit der Frage, wie glaubwürdig die Statistiken zur Langzeitarbeitslosigkeit sind und bringt ein paar interessante Zahlen und Erläuterungen, wer heute in den Statistiken als “langzeitarbeitslos” gilt und wer nicht:

Die Definition ist nur scheinbar klar: Als langzeitarbeitslos gilt jeder, der länger als 12 Monate keinen Job von mindestens 15 Wochenstunden hatte. Doch dann wird es kompliziert: Kaum wird die Arbeitslosigkeit für mehr als sechs Wochen unterbrochen, startet die Zählung wieder bei null.

Ein Beispiel: Ein Hartz-IV-Empfänger ist 24 Monate ohne Stelle, also langzeitarbeitslos. Dann erhält er drei Monate einen 1-Euro-Job. Hinterher ist er zwar wieder arbeitslos - aber eben nicht mehr langzeitarbeitslos. Gleiches gilt auch für Trainings- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie für Krankheiten, die länger als sechs Wochen dauern.

All diese Regelungen erlauben es den Bundesländern, die Zahl derjenigen, die schon länger keiner geregelten Arbeit nachgehen, nach unten zu drücken: Im Oktober waren in Hamburg nur noch 37,4 Prozent der Hartz-IV-Empfänger arbeitslos; in Nordrhein-Westfalen hingegen sind es 47,5 Prozent. Offenbar sind die Jobcenter in Hamburg großzügig, wenn es gilt, Hartz-IV-Empfänger aus der Arbeitslosenstatistik zu entfernen.

So ist es kein Wunder, dass die IAB, das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit, den offiziellen Zahlen mit Skepsis begegnet.

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