Sehr wichtig, glaubt man der FAZ. Demnach liegen Kinder mit Migrationshintergrund im Schnitt etwa um 100 Punkte hinter denen ohne Migrationshintergrund auf der PISA-Skala. Als Ursache werden in den Medien häufig “Diskriminierung” und “soziale Benachteiligung” ausgemacht. Doch so einfach ist die Sache nicht.
Vor gut einem Monat titelte der Spiegel “Ostdeutsche Vietnamesen überflügeln ihre Mitschüler” und tatsächlich erfuhr man in dem Artikel einige erstaunliche Dinge: Im Land Brandenburg besuchen 74 Prozent der Kinder von Vietnamesen im Sekundarschulalter ein Gymnasium. “Damit sind die Kinder vietnamesischer Eltern in der Schule erfolgreicher als die Kinder einheimischer Herkunft.” Bei dieser fantastischen Quote wohl bei weitem.
Weiter liest man, dass 70 Prozent der Zuwanderer in Ostdeutschland aus Osteuropa und Asien stammen. Jüdische Kontingentflüchtlinge aus Russland, Ukrainer, Chinesen und Vietnamesen bringen eine sehr hohe Bildungsorientierung mit - und das, obwohl viele Familien in Deutschland auf Hartz-IV-Niveau leben. “Die Eltern der erfolgreichen vietnamesischen Kinder sprechen schlecht Deutsch, arbeiten oftmals sieben Tage in der Woche und haben wenig freie Zeit, weil sie sich aus wirtschaftlicher und sozialer Randständigkeit herausarbeiten. Sie betreiben Textilgeschäfte, Imbissstände und ähnliche Kleinunternehmen”, so Weiss.
Nach gängigen Kriterien des öffentlichen Integrationsdiskurses müssten diese Kinder als sozial benachteiligt und vernachlässigt gelten, Erfolg in Schule und Beruf nahezu ausgeschlossen. Und doch erzielen sie im Schnitt bessere Ergebnisse als die in der tageszeitung bisweilen, schon in einem sehr verdächtigen Maß, verhasste “weiße, deutsche Mittelklasse”.
Was läuft also schief? Es ist nicht anzunehmen, dass Vietnamesen oder Chinesen in geringerem Maße Opfer von gesellschaftlicher Ausgrenzung und Diskriminierung werden als andere Migrantengruppen in Deutschland. Im Spiegel wird stattdessen für ihren Erfolg eine höhere Bildungsorientierung als bei “einheimischen Deutschen” ausgemacht. Man kann also davon ausgehen, dass bei manchen Migrantengruppen eine dementsprechend niedrigere Bildungsorientierung vorhanden ist. Genau dieser Sachverhalt sollte in der Bildungspolitik in den nächsten Jahren angegangen werden.

Ja, pretty obvious, würde der Ami sagen - die Farce ist mittlerweile zur Kenntlichkeit entstellt. Der Feind, hier die Hertie School of Governance zusammen mit dem tazbekannten Prof. Dr. Hurrelmann, schläft allerdings nicht und übt sich in der Berliner Morgenpost im notwendigen doublethink - die Springer-Presse ist auch nicht mehr, was sie mal war:
Positive thinking is it:
Intoleranz und, -von der Residenzgesellschaft nicht bereitgestellte!- "schlechte Bildung" sind es also, nicht etwa ein niedrigere Bildungsorientierung mancher Migrantengruppen, die die Chose vermasseln. Liebe outcutler, wenn sie weiterhin das Offensichtliche konstatieren, könnte ein Anklage wg. thoughtcrime drohen - reißen Sie sich also zusammen.
Die Viktimisierung ganzer Migrantengruppen (häufig steckt dahinter ein kaum mehr latenter Rassismus) schadet vor allem den betreffenden Gruppen selbst. Wenn Ideologen ihnen schon früh erzählen, dass für ihr schlechtes Abschneiden in der Schule in erster Linie die Gesellschaft verantwortlich ist, hindert man sie daran, Eigenverantwortung zu übernehmen.
Es steht außer Frage, das Bildungsangebot kann man wohl immer verbessern, allerdings darf das teils drastisch bessere Abschneiden anderer "Migrantengruppen" bei der Ursachensuche für den Schulerfolg von Migrantengruppen, die (weit) schlechter abschneiden, nicht unberücksichtigt bleiben.