13.11.08

Energie, ein zukünftiger Dauerbrenner (2)

Wie bereits in Teil (1) festgestellt, ist eine derzeitige oder zukünftige Bewertung der unterschiedlichen Energieerzeugungen ohne Analyse der Kosten nicht möglich, der wir uns nun zuwenden.

Kostenstrukturen

Einer Analyse der Kosten sind bereits länderspezifische Grenzen gesetzt, da jeder Staat eigene Voraussetzungen mit sich bringt, was die Ausgestaltung der jeweiligen Steuergesetzgebung und die Abschreibung betrifft. Wir beschränken uns daher auf Deutschland. Zudem sind die realen Herstellkosten von Energie (bezogen auf 1 kWh) nicht eindeutig bekannt, sondern nur die Kosten der Verfügungsstellung für den Verbraucher (industriell, individuell). In diesen Kosten sind jedoch auch die Netzwerke, Durchleitungen, Zukäufe, Gewinn der Unternehmen enthalten und bilden somit eine erhebliche Einflussgröße. Eine Kostenprognose gestaltet sich schwierig und unpräzise aufgrund der erheblichen Kostenschwankungen für Brennstoffe (Kohle, Öl, Kernbrennstoffe). Desweiteren gibt es keine genauen Antworten auf Fragen nach staatlicher Subventionierung (vulgo durch den Steuerzahler). Man kann also davon ausgegehen, dass alle Energieherstellungen subventioniert werden oder wurden, sei dies direkt (wie heute bei “alternativen” Energien), oder indirekt (wie vormals bei der Kernkraft) durch Forschung.

Das RWI (Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung) hat 1997 eine Studie zu den Herstellkosten einer kWh aus den unterschiedlichen Kraftwerkstypen erstellt:

energieversorgung_06.jpg

Im Vergleich hierzu die TU Darmstadt:

energieversorgung_07.jpg

Es fällt auf, dass in dieser Aufstellung die Kosten der Energieerzeugung durch Kernkraftwerke fehlt. Liegt das möglicherweise an der hessischen Schwesteruniversität Marburg? Auch die hat sich (natürlich völlig unideologisch) dieser Frage gewidmet. So kann man das natürlich auch machen: man rechnet so lange drauf, bis das Wunschdenken auf dem Papier in Erfüllung geht.

Man erkennt also sehr schnell, auf welch dünnem Eis man sich bei der Ermittlung der Herstellkosten für elektrische Energie bewegt. Trotzdem lassen sich mit aller gebotener Vorsicht folgende Aussagen treffen:

  • Kohle und Rohstoffe für die Energiegewinnung aus Kernkraftwerken sind aus lagerstättenkundlicher Sicht ausreichend auch für eine lange Periode vorhanden. Über die Kosten der Gewinnung und Marktpreise können keine Aussagen getroffen werden.
  • Die Vorräte flüssiger Kohlenwasserstoffe sind begrenzt. Deren Kosten und Preise werden mit Sicherheit ansteigen. Aus diesem Grund müssen Fragen der individuellen Mobilität neu angegangen werden.
  • Diese Aussage gilt auch für gasförmige Kohlenwasserstoffe.
  • Es ist nicht abzusehen, ob und wann grossindustrielle Prozesse wie die Metallerzeugung ohne Einsatz von festen Kohlenwasserstoffen zum Tragen kommen werden.
  • Für die elektrische Energieerzeugung sind Kohle-und Kernergiekraftwerke zur Abdeckung des Hauptbedarfes erforderlich.
  • Die Stromerzeugung aus regenerativen Energieträgern darf höchstens zusätzlich und lokal begrenzt in Betracht gezogen werden. Deren Herstellkosten sind (bislang) noch so hoch, dass Subventionierung erforderlich sein wird.

Sollten sich die Behauptungen der Klimaforscher (der Mensch als Hauptverursacher der globalen Erwärmung) als richtig erweisen, bleibt für die elektrische Energiegewinnung in der Hauptsache nur die Kernkraft übrig, oder der endgültige Abschied von den meisten uns wichtigen Errungenschaften.

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