Bundesverkehrsminister Tiefensee, bekannt für seine zahlreichen ressortfremden Äußerungen “gegen Rassismus” und Auftritte in Diskussionrunden “für Zivilcourage”, steht in der Kritik. Für überfordert hält ihn die Berliner Morgenpost und zählt Dinge auf, die alles andere als gut gelaufen sind:
Erst die misslungene Privatisierung der Flugsicherung, dann das endgültige “Aus” für den Transrapid in Deutschland und nun eine weitere grobe Fehlleistung im Zusammenhang mit der ohnehin wiederholt verschobenen Teilprivatisierung der Bahn.
Für all das könnte der Experte für Zivilcourage Tiefensee auch allerlei widrige Umstände nennen, weit weniger aber für die Entlassung des Staatssekretärs und Mitglied im Bahn- Aufsichtsrat, Matthias von Randow, die er mit der Begründung vertrat, dieser habe ihn erst Mitte Oktober über die jetzt bekannt gewordenen erhöhten Gehalts- und Boni-Zahlungen für den DB-Vorstand informiert. In Wahrheit wusste er aber schon im September über den Sachverhalt Bescheid.
Die Berliner Morgenpost vermutet, dass er sich mit der Entlassung seines höchsten Beamten offenbar populistisch der öffentlichen Empörung über vermeintlich allzu gierige Manager auch beim Staatsunternehmen Bahn gemein machen wollte. Das ist menschlich wie politisch unanständig. Nach der Oberbürgermeister-Karriere sollte nun die des Bundesministers ein vorzeitiges Ende finden.
Sind die Tage des Ministers gezählt?

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