Gegen “Genmanipulation” zu sein, gehört zum guten Ton in Deutschland. Wie das Wort “Atomkraft” vermag auch dieses Wort den Blutdruck und den Adrenalinspiegel vieler “grün” denkender Menschen in nicht mehr messbare Höhen zu katapultieren. Selbst die Bienen müssen vor Gentechnik geschützt werden.
Nüchtern denkende Menschen hingegen können der Gentechnik viel abgewinnen, eine davon ist die Medizinnobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard, die in einem Interview beim Focus zur deutschen Gentechnik-Hysterie Klartext redet.
Viele befürchten, dass sie beim Verzehr gentechnisch veränderter Pflanzen fremde Gene aufnehmen. Doch das ist Blödsinn. Die Gene werden verdaut, abgebaut und ausgeschieden genauso wie bei herkömmlichen Lebensmitteln. Das ist inzwischen hieb- und stichfest erwiesen. Das Genom des Menschen ist sequenziert, und man kann untersuchen, ob da Kuh-Gene oder Pflanzen-Gene drin sind. Keine Angst: Es sind keine drin.
Eine unantastbare Binsenweisheit ist, dass der “Bioanbau” von Lebensmitteln ökologisch besonders nachhaltig sei, doch auch hier widerspricht die Nobelpreisträgerin. Das geht nicht, weil die Erträge im Bio-Landbau zu gering sind und man viel zu viel Fläche braucht. Es ist doch wirklich sinnvoller, die besonders guten Ackerflächen, die man hat, mit ertragsstarken Sorten richtig intensiv und nachhaltig zu nutzen. Davon hat auch die Umwelt etwas, denn man kann dann andere Flächen wieder in einen natürlicheren Zustand zurückführen.
Die Gentechnik hingegen erlaubt, - den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu verringern, da gentechnisch verbesserte Pflanzen gegen Schädlinge resistenter sind - den Anbau von Sorten, die mit weniger Wasser auskommen, was bspw. in China oder Indien, wo Wasser oft rar ist, eminent wichtig ist - die Toleranz von Getreidesorten gegenüber widrigen Bodenverhältnissen, z.B. bei salzigen Böden, zu erhöhen
Trotz dieser schlagenden Vorteile empfindet man es nicht als anstößig, wenn grüne Politiker zusammen mit Kindern, wie schon zu olims Zeiten, für “nachhaltige” Landwirtschaft posieren. Als umso anstössiger gilt dafür die Gentechnikforschung. Es ist in Deutschland nicht möglich, wie Nüsslein-Volhard beklagt, auf Versuchsfeldern gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen, da diese nach kurzer Zeit von “Gentechnik-Aktivisten” zerstört werden, wovon in der Presse zwar wenig zu lesen ist, was aber auf einschlägigen Webseiten wie dieser oder jener umso mehr bejubelt wird.
Wären die Gentechnik-Aktivisten wirklich solche Menschenfreunde, als die sie sich gerne darstellen, würden sie nicht die Zerstörung bejubeln, die einige von ihnen anrichten, sondern sich über die Entwicklung neuer Getreidesorten freuen. So haben deutsche Wissenschaftler den sogennanten “Goldenen Reis”, der mit Vitamin A angereichert ist, entwickelt. Vitamin A-Mangel ist in Entwicklungsländern die häufigste Ursache für Erblindung von Kindern. Doch die Arbeit der Forscher kommt den Menschen in Afrika nicht zugute:
Vor einigen Jahren schickten die Amerikaner Hilfslieferungen mit Mais in afrikanische Hungerländer. Der Mais war gentechnisch verändert. In Amerika isst ihn jeder (auch der deutsche Tourist), aber die hungernden Afrikaner durften den Mais nicht essen, weil Greenpeace und andere Gruppierungen warnten, der sei gentechnisch verändert.
Die Freude über die Zerstörung der Arbeit von Biowissenschaftlern ist im Grunde genommen also die Freude darüber, Menschen aus der dritten Welt, eine bessere Ernährung und Zukunft vorzuenthalten. Die Grünen und andere Gruppierungen haben allen Grund, stolz darauf zu sein!

Früher habe ich auch das gleiche gedacht, bis ich diesen Artikel gelesen habe:
http://info.kopp-verlag.de/news/kopp-exklusiv-studie-der-oesterreichischen-regierung-bestaetigt-gvo-getreide-bedrohen-gesundheit-u.html
Es geht nicht um Gene, sondern um Gifte, die wegen diese Veränderungen in der Pflanzen sind.
Es geht auch um Geld, viel Geld, das jemand auf Kosten unserer Gesundheit gewinnen will und es geht auch vielleicht um eine verschlecherte Euthanasie.
Ich mache mich Gedanken, wofür brauchen wir GVO Getreide?
Bís jetzt war es überflüssig. Warum brauchen wir es jetzt? Und überhaupt in Afrika? Oder in Afghanistan?
Augusto, zu der erwähnten Studie im Kopp-Verlag (den ich nicht immer für vertrauenswürdig halte), schrieb gestern schon Prof. Dr. Beda M. Stadler auf achgut:
Wozu wir Gentechnik brauchen? Sie kann helfen, die Ernährung der Weltbevölkerung auch in Zukunft sicher zu stellen. Höhere Erträge bei gleicher Anbaufläche sind sehr wünschenswert…
Freilich wäre Afrika mehr geholfen, wenn z.B. zunächst mal in Zimbabwe wieder stabile Verhältnisse einkehren würden - man hat dort die ganze Landwirtschaft zerstört. Ursachen für Hungersnöte gibt es viele, die Gentechnik könnte einen kleinen Teil dazu beitragen, daß es in Zukunft weniger von ihnen gibt.
Dieses ist der wichtigste Grund und kein Aberglaube:
http://www.inka-ev.de/deutsch/gentechnik.htm
Ich kann es betätigen, ich weiß von kleinen Landwirschafterunternehmen in Südamerika, die das Geschenk von Saatgut der Genfirma akzeptiert haben und heute ruiniert sind. Kein anderes Saatgut darf danach wieder angebaut werden und sie sind danach für immer verpflichtet, von der Firma weiter angepasstes Saatgut zu kaufen, was immer teuer gewesen war und ihre Gewinnmöglichkeiten aufgefressen hat. Die Kleinbauern waren zuvor selbständig und sind dann plötzlich zu Sklaven der Konzerne geworden. Ist keine Greenpeace Ideologie aber man muss auch nicht, in einer "Gegengreenpeace Ideologie" wandeln. Ich versuche immer unabhängig und einen kühlen Kopf zu behalten. Mit freundlichen Grüßen :-)
ja, ich verstehe die Problematik. Dabei muß aber klar sein, daß es sich hier allein um rechtliche Fragen, nicht um technologisch-ökologische handelt.
Ich vermute, es wird noch ein paar Jahre dauern, bis man allgemein zufriedenstellende Lösungen, was die Verwendung des Saatguts angeht, gefunden hat.
Den Link auf "inka.ev" finde ich interessant, da ist die folgende Textpassage zu lesen:
Das ist schlichtweg Unsinn. Inka e.V. behauptet hier nichts weniger als daß es möglich sei, durch die Einschleusung einzelner Gene, beispielsweise in die Ackerbaupflanze Mais, die natürlichen Barrieren zwischen den Arten zu überschreiten.
Sowas Abenteuerliches habe ich noch nie gehört, das hieße ja, Maispollen könnten, wenn man dem Mais ein Gen einer deutschen Eiche einpflanzt :-D die deutsche Eiche bestäuben. Eine wahrhaft lustige Vorstellung.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,552922,00.html
http://de.truveo.com/Herstellung-von-Mischwesen-MenschTier-Bioethisch/id/1784666681
Vielleicht gibt es Vieles, was wir noch nicht wissen. Es könnte es sein, dass Mischwessen schon längst irgendwo vorhanden sind.
Erbgut von Menschen und Pflanzen? Warum nicht. Jedes Wessen auf der Erde hat gemeinsame Gene mit anderen Arten.
Unsere Stammgene wurden durch die DNA einer Fliege endeckt...
Ehrlich zu sein kann man Witze machen, aber es ist nicht lustig.
Sowas Abenteuerliches habe ich noch nie gehört, das hieße ja, Maispollen könnten, wenn man dem Mais ein Gen einer deutschen Eiche einpflanzt :-D die deutsche Eiche bestäuben. Eine wahrhaft lustige Vorstellung.
Zumindest das ist nicht schlüssig. Die Gene von Pollen sind dazu, soweit ich weiß, zu kompliziert aufgebaut :D
Die generelles Möglichkeit, Gene künstlich "auszutauschen", würde ich nicht ausschließen, aber wie will man Gene von Eukaryoten in die DNA von Prokaryoten einsetzen? Also gewisse Grenzen gibts es da schon ;)
grundsätzliche ethische Bedenken habe ich, wenn es um das Klonen von Menschen oder die Schaffung von tierischen Hybridwesen geht. Die Veränderung des Pflanzengenoms zwecks grundsätzlich verbesserter und den Bodengegebenheiten angepaßteren Eigenschaften hingegen begrüße ich -> bringt auch eine Einsparung von Pflanzenschutzmitteln - "Chemiekeule" .. mit sich.
nebenbei: bin mir nicht ganz sicher, ob du die Fachbegriffe "Pro- und Eukaryoten" deiner Absicht nach verwendet hast ...
Mir ist schon klar dass das zellentypen sind, aber die DNA ist unterschiedlich aufgebaut bei Pro- und Eukaryoten, wenn ich mich recht erinnere hatten Eukaryoten Introns und Extrons, was bei Prokaryopten nicht der Fall war...
Nachtrag: Wikipedia gibt mir recht, zu Prokaryoten steht da:
Das Genom besteht meist nur aus einem einzelnen DNA-Molekül, welches als „Bakterienchromosom“ bezeichnet wird. Oft ist dieses DNA-Molekül in sich geschlossen.
ok, mir war der gedankliche Sprung von Tier-Tier-Genom bzw. Pflanze-Pflanze-Genom auf Bakterie-Tier-Genom in dem Kontext der Diskussion nicht ganz klar ;-)
PS: Html-Tags funktionieren hier mit < und >
Ach so sry ich bin noch ganz auf bbcodes eingestellt ;)
und so sieht man das Thema in China:
würde mich auch mal über eine angeregte Konversation mit ein paar chinesischen Akademikern zum Thema Gentechnik freuen. Wäre echt gespannt darauf, wie sie reagieren würden, wenn man ihnen erzählt, daß in Deutschland grüne Genforschung von Umwelt-Aktivisten systematisch sabotiert wird.
Das Dumme ist, niemand kennt die Langzeitfolgen der Genspielerei an Pflanzen. Ich meine, es ist das Eine, durch Zucht bestimmte Eigenarten zu verstärken, das Andere, an den Genen direkt herumzupfriemeln. Mich beschleicht dabei ein Unbehagen.