Ist die aktuelle Finanzkrise eine Krise des Kapitalismus oder das Resultat verfehlter staatlicher Interventionspolitk?
Die Achse des Guten hat den folgenden Videoclip entdeckt.
Ist die aktuelle Finanzkrise eine Krise des Kapitalismus oder das Resultat verfehlter staatlicher Interventionspolitk?
Die Achse des Guten hat den folgenden Videoclip entdeckt.
Wenns denn so einfach wäre: da zwingen Notenbank (FED) und vor allem die US-Administration (natürlich unter Carter und Clinton, danach gab es bekanntlich keine US-Präsidenten mehr) die hilflosen Banken, Kredite an Kreditunwürdige zu geben, gründen dann Hypothekenauffanggesellschaften, verpassen denen ein 1A Rating, und ab die Post.
Ach gut, man merkt die Absicht, und ist (etwas verstimmt), schon wegen der grauenvollen Hintergrundsmusik.
"Ist die aktuelle Finanzkrise eine Krise des Kapitalismus oder das Resultat verfehlter staatlicher Interventionspolitk?"
Wer hat den eigentlich ein scheitern des Kapitalismus konstatiert? Ich hör immer nur (von Kommunisten wie Neoliberalen und nicht zuletzt von mir selbst), dass der laissez-faire-Kapitalismus, sprich, ein Kapizalismus ohne oder ohne ausreichende staatliche Interventionspolitik, gescheitert ist.
DIESE Erkenntnis muss man glaub ich kaum formulieren. Das jetzt mal abseits des eigentlichen Inhalts des Videos, bei erklärenden Videos mit komischer Hintergrundmusik werd ich immer sehr vorsichtig...
@Skalg
"Wer hat den eigentlich ein scheitern des Kapitalismus konstatiert?"
Da gibt es genügend Leute, die implizit der Auffassung sind, mehr Staat im Markt muss sein. Du bist ja ebenfalls dieser Meinung, wenn ich Dich richtig verstehe.
Der Film, mal abgesehen von der Musik, dagegen behauptet, das Ausserkraftsetzen der Marktregeln durch staatliche Eingriffe hat erst zu der jetzigen Krise geführt, die jetzt durch alle getragen werden muss. Die Kritik am "laissez faire" geht hier an der Sache vorbei, fürchte ich.
Ob mehr oder weniger Staat im Markt lässt sich befürchtungsweise nur von Fall zu Fall entscheiden. Generelle Regeln sind da fehl am Platz.
Hier, Drama 1. Akt: die US-Administration hat unter Carter und Clinton Programme angeworfen, um dem "einfachen" Mensch zu Wohneigentum zu verhelfen. Die FED hat kommentarlos mitgespielt. Das war ein staatlicher Eingriff in den Markt (sicherlich auch mit dem Ziel, wiedergewählt zu werden, wie üblich).
Drama 2. Akt: es wurde vorzeitig gewarnt, dass diese Programme aus dem Ruder laufen können. Diese Warnungen wurden von der US-Administration (jetzt unter Bush Vater und Sohn)nicht beherzigt. Im Gegenteil, die Auffanggesellschaften + Versicherungen erhielten ein 1A-Rating, und konnten diesen "junk" weltweit plazieren. Offensichtlich hat die US-Aufsichtsbehörde total versagt, genau da, wo sie hätte eingreifen müssen. Ähnliches hat sich in D abgespielt, siehe KfW.
Drama 3. Akt: ein vorzeitiges Beenden des US- Abenteuers hätte ggfls. etliche zig- Milliarden Dollar gekostet, nun werden es etliche hundert Milliarden weltweit, inclusive einer schweren Rezession + atemberaubende Pleiten und danach folgenden staatlichen Eingriffen (siehe General Motors).
Ob die Filmemacher (s. oben) denn auch die Pleite von General Motors samt aller Zulieferer und weiterer Großunternehmen gutheißen werden, bloß um staatliche Eingriffe zu vermeiden, wage ich zu bezweifeln.
pvdn, das ist so eine Sache die mir wohl niemals einleuchten wird:
Der Staat soll sich bloß nicht einmischen, auf keinen fall - aber Banken verstaatlichen in Krisenzeiten, ja das ist ok und marktwirtschaftlich. Ich weiß jetzt natürlich nicht ob das auch deine position ist (du hast dich dazu ja nicht geäu0ert) aber so ähnlich klingt das bei vielen Marktliberalen.
Und vllt noch ganz kurz zu meiner Meinung zum Thema Wirtschaft...Ich denke hauptsächlich Ordoliberal.
Und es geht mir definitiv nicht darum, dass der Staat sich generll mehr in den Markt einmischt; der Staat hat es aber "richtig" zu machen, sprich durch Richtlinien dafür zu sorgen dass die Gesetze des Marktes sich nicht selbst auflösen. Ich glaube konkreter kann man gar nicht werden ohne Schwachsinn zu reden (und auch das ist schon arg vereinfacht).
Im zweifelsfall muss man eben von "Fall zu Fall" entscheiden.
Ach ja, und mehr Eingriffe in den Markt kann viel heißen, es muss nicht damit gleichbedeutend sein dass man dem Kapitalismus bescheinigt dass er gescheitert ist. Entsprechend weiß ich immer noch nicht, auf wen konkret du dich beziehst.
@nvo
Richtig. Von einem Totalversagen der Politik sprechen, ist vermutlich nicht fehl am Platz.
Das grosse Investmentgesellschaften in den USA triple A geratete Finanzpakete hin und herschoben, nimmt diese Gesellschaften von ihrer Verantwortung nicht aus. Von einem Freisprechen kann daher auch nicht die Rede sein.
GM allerdings gehört nach allen Regeln des Marktes über die Wupper.
@skalg
Mit Ordoliberalismus meinst Du, dass der Staat das reibungslose Funktionieren des freien Marktes garantiert. Da stimme ich mit Dir überein.
Nochmals. Es geht bei der Aussage des Films um die Tatsache, dass aus politischen Gründen in den Markt eingegriffen wurde (mit verheerenden Folgen und Kettenreaktionen).