14.10.08

Finanzen, Klima, Katastrophen

Die Finanzturbulenzen scheinen einigen Wissenschaftlern und Medienmogulen nicht zu genügen. Unter dem Motto “doppelt genäht hält besser”, brachte SpOn am 13.10. mit dem Titel So sieht die Welt im Jahr 2030 aus die Ergebnisse eines britischen Thinktanks an das Tageslicht. 70 “Experten” (Sozialwissenschaftler, Journalisten, Umweltaktivisten; Naturwissenschaftler und Ingenieure waren vorsichtshalber nicht mit von der Partie) postulierten: “Der Klimawandel wird die Wirtschaft mindestens so hart treffen wie die Kreditkrise”.

Sie begnügten sich nicht mit dieser lapidaren Feststellung, nein, es werden auch fünf Szenarien geboten, “die sich von den bekannten Katastrophenszenarien abheben”. Denn, wer hätte es je gedacht, die Menschheit könne ja durchaus unterschiedlich auf die “Klimakatastrophe” reagieren. Von Rettung durch Effizienz (bessere Energienutzung und weniger Treibhausgase), über das Benutzen von einer Waschmaschine und einem Auto durch alle, der allseits gewollte Verzicht auf Lebensqualität (die ja sowieso falsch verstanden wird), bis hin zu Mord und Totschlag (irgendwo wirds da einen Sieger geben). Die Frage, welchen Anteil die Menschheit an dieser “Klimakatastrophe” hat, bleibt wie üblich aus, somit auch möglicherweise völlig andere Ansätze und Lösungen.

Anstelle der 70 “Experten” hätte man doch die Kreditkrise in diese Szenarien durchaus mit einbeziehen können. Es böte sich doch folgendes an: die Kreditkrise ist durch die Menschheit verursacht worden. Kredite und Aktien, von Zertifikaten ganz zu schweigen, bringen nur Unheil, weg damit. Geld? Überflüssig wie Bauchschmerzen. Manche haben mehr, andere weniger, also ungerecht obendrein. Dagegen wäre der Übergang zur althergebrachten Tauschwirtschaft doch ein geeignetes Szenario: tausche Butter gegen eine Dienstleistung, Holz oder ähnliches, Energien werden kaum mehr benötigt, damit entfallen die Treibhausgase, es gäbe rapide weniger Erdenbewohner, die Welt wäre gerettet. Nur, wer verbleibt? Soziologen? Journalisten? Umweltaktivisten wären dann auch nicht mehr erforderlich - wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe!

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