17.07.08

Mittelmeerunion, Schein und Wirklichkeit

Ob sich Präsident Sarkozy den Fortgang seiner “Union für das Mittelmeer” drei Tage nach der glamourösen Feier in Paris so vorgestellt hat? Küßchen mit Palästinenserpräsident Abbas, Israels Ministerpräsident Olmert, Syriens Staatschef Assad, Libanons christlichem Staatschef Sleiman: Friede, Freundschaft, Eierkuchen, wohlklingende und teure Projekte, wir sind doch alle Brüder und wollen nur das Beste (nämlich Knete). Die Realität ist gottlob meist schneller als französisches Wunschdenken: der “Gefangenenaustausch” zwischen der Hisbollah, vulgo Libanon und Israel belehrt alle Beteiligten über den wahren Zustand der Mittelmeerregion.

Das Ergebnis: 2 gefallene (oder ermordete?) israelische Soldaten gegen 5 lebende libanesische Terroristen und 185 getöte Hisbollahkrieger. In Israel herrscht Bestürzung und Trauer, der Libanon feiert hingegen, gleich ob Christen, Sunniten oder Schiiten. Selbst der libanesische Präsident entblödet sich nicht, die Terroristen zu empfangen und sie als “Freiheitskämpfer” zu zelebrieren. Die europäischen Staaten, die von Beginn an dieser Mittelmeerveranstaltung kritisch gegenüberstanden sind gut beraten, ab sofort noch kritischer zu werden. Für Euphorien, Befriedigung von Wunschträumen und Wirtschaftsinteressen der “Grande Nation” ist Europa nicht da.

Wie sagt der “Spiegel” so treffend dazu: “Siegeszug der Trostlosigkeit”. Recht hat er.

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