Die so viel beschworene “islamische Solidarität” ist doch recht überschaubar, folgt man dem Interview, welches Sami al Faraj, der Leiter des “Kuweit Center for Strategic Studies” Spiegel-Online gab. Hier werden den Möchtegern- und Schreibtischstrategen Klein-Bloggersdorfs nüchtern und deutlich die Interessen der arabischen Golfanrainerstaaten vorbuchstabiert, von wegen “islamischer Welteroberungsstrategie” oder “Islam ist Frieden”. Diese Staaten lieben es nämlich auch nicht, wenn ihrem Eingemachten zu nahe getreten wird.
Die arabischen Golfstaaten gehen von folgender Gleichgewichtshypothese aus: Iran beherrscht die See, Iraq das Land, die Golfstaaten die Luft. Dieses Gleichgewicht wird derzeit durch den Iran gestört: “ein nuklear bewaffneter Iran ist schlimmer als ein Angriff auf den Iran”. Deutlicher kann es nicht formuliert werden. Für das weitere Vorgehen empfiehlt er:
- die USA bleiben solange im Iraq, bis sich dieser Staat wieder als Landmacht etabliert hat.
- Die Sanktionen müssten massiv und koordiniert verschärft werden, selbst auf das Risiko hin, dass “ein Zwischenfall für die Eskalation ausreicht”. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Al Faraj Druckmittel andeutet, welche die arabischen Golfstaaten gegenüber Iran, Rußland und China besitzen (?).
- Die USA spielen weiterhin mit den Muskeln, die EU lässt Solana verhandeln.
- Israel “droht” (was Al Faraj unter “drohen” verstanden wissen will, hat er vorsichtshalber nicht gesagt) der Hisbollah, Syrien und dem Iran.
Al Faraj geht davon aus, dass der Iran aus schiitisch-theologischer Sicht als Staat weiter bestehen muss, sicher ist er sich nicht, vor allem, ob die Dummen ausreichend unter Kontrolle sind. Sollten die Sanktionen nicht zum Ziel führen (die atomare Abrüstung des Irans) wissen wir zumindest, wie sich die arabischen Golfstaaten die Lösung dieses Problems vorstellen.

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