Grund für den Exodus der Bienen ist nicht etwa eine Pilzkrankheit, die ganze Bienenkolonien ersterben lässt, das Ungemach kommt diesmal durch ein Urteil des Verwaltungsgerichts Augsburg, welches entschied, dass Honig welcher Blütenpollen des gentechnisch veränderten Mais MON 810 enthält, nicht verkehrsfähig ist.
Das wäre also Honig, der durch einzelne “Pollen des gentechnisch veränderten Mais MON 810” nicht etwa besonders mit Schadstoffen angereichert wäre - man könnte lediglich in speziellen Laboren nachweisen, dass sich im Honig einzelne Maispollen wiederfinden, welche einzelne DNA-Fragmente, die sonst vielleicht bloß dem Roggen eigen wären, enthalten.
Ein Imker lebt nun mal in der Regel vom Honig, den er verkauft, und so zogen sie samt “Summende Asylbewerber”, wie die SZ titelt, nach München, um - Gemach! - nicht etwa gegen ein Urteil, deren Urheber genau zu wissen scheinen, welche Gensequenzen “gefährlich” sind und welche nicht, zu protestieren, sondern um mit Mahnwachen gegen den Anbau von Genmais vor den Bayerischen Landtag und die Staatskanzlei zu ziehen.
Doch die Bienen haben schon Unterschlupf bei ansässigen Imkern gefunden und auch Teile der Politik kümmern sich schon um sie: “Die Menschen sind für die Bienen gefährlich”, weiß der SPD-Landtagsabgeordnete Manfred Wörner, der in seinem Wahlkreis sicher auch sonst keine Probleme hat. Außerdem werde durch die Gen-Maisfelder in den - wer auch immer wissen mag, was das genau ist - Naturkreislauf eingegriffen und in den Lebensraum der Bienen. Und wer da wagt, in den “Lebensraum” der Bienen einzugreifen, der sollte sich freilich schon mal auf Krieg einstellen!
Imker, Landwirte, aber auch Verbraucher würden durch den Anbau gefährdet, so die bayerische SPD. Die Imkerverbände wollen mit ihrer Mahnwache eine Regelung durchsetzen, welche die Imker und die Bienen nicht zur Flucht vor Genpflanzen zwingt.
Unklar ist noch, ob bei der nächsten Demonstration der Imker Slogans wie “Alle Macht den Bienen!” oder “Wir sind das Bienen-Volk!” skandiert wird.

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