Am 20. Juni im Jahre des Heils 2008 wird das Marburger Stadtparlament mit seiner rot-grünen Mehrheit eine “Solarsatzung” beschließen, kurz: es wird eine “solare Baupflicht” für das Stadtgebiet Marburg eingeführt. Ausnahmen sind dabei die üblichen Denkmalschutzbestimmungen, unbillige Härten (im Einzelfall nachzuweisen), und “dauernde Schattenlagen”, wie auch immer das nachgewiesen wird. Ab Inkrafttreten dieser Verordnung müssen Neu- und Anbauten ab 30 m2 Fläche mit einer Solaranlage ausgerüstet werden, pro angefangener 20 m2 bebauter Fläche mit 1 m2 Kollektor. Bei Altbauten wird diese Satzung bei größeren Umbauten, beispielsweise Dacherneuerung verpflichtend.
Dem geneigten Leser will ich einige “highlights” aus der Begründung nicht vorenthalten:
“Das Wohl der Allgemeinheit liegt zum einen in dem überragenden Interesse an wirksamen - auch lokal wirkenden - Maßnahmen zur Senkung des CO2-Ausstoßes als Beitrag zum Klimaschutz.”
“Eine große Mehrheit der international mit dem Thema befassten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sagt eine globale Klimaerwärmung infolge des weltweit steigenden CO2-Ausstoßes voraus. Der Klimawandel kann dramatische Folgen für Mensch und Umwelt in allen Teilen der Erde auslösen. Verschiedene Szenarien gehen dahin, dass heute bewohnte Gebiete unbewohnbar werden und dass in Folge des Klimawandels zahlreiche Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind. Auch in Marburg und der mittelhessischen Region würde sich bei Eintritt dieser Prognosen die Tier- und Pflanzenwelt erheblich verändern. Neben vielen anderen Arten würde z. B. der relativ häufig anzutreffende Rotmilan eine Klimaerwärmung als Art wahrscheinlich nicht überleben.”
Für die Rettung der Menschheit und des roten Milans lässt sich das Marburger Stadtparlament schon etwas einfallen, koste es die Bürger was es wolle. Ob die ehrenwerten ParlamentarierInnen sich schon einmal erkundigt haben, wieviel CO2 bei der Herstellung von hochreinem photovoltaischem Silicium, Akkumulatoren, Metallträgern, Pumpen u.v.a.m. in die Umwelt gepustet wird, wage ich zu bezweifeln.
Die Opposition redet von Ökodiktatur. Das ist falsch. Die Marburger bekommen, was sie gewählt haben.

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